Tödlicher Behandlungsfehler oder Unfall?

Auch niedergelassene Ärzte und Zahnärzte sind vor tragischen Fällen in der eigenen Praxis nicht gefeit:

Wenngleich die Zahl an Behandlungsfehlern insgesamt bundesweit rückläufig ist, endeten nach einer Statistik der Bundesärztekammer im vergangenen Jahr 96 Behandlungsfehler tödlich. Mehr als 25 % aller der Bundesärztekammer bekannt gewordenen Behandlungsfehler bezogen sich auf einen Arzt in eigener Niederlassung.

Immer wieder sehen sich neben Ärzten im Krankenhaus auch niedergelassene Ärzte und Zahnärzte dem Vorwurf einer fahrlässigen Tötung ausgesetzt. Solche Vorwürfe und die sich daran anschließenden strafrechtlichen und berufsrechtlichen Verfahren bedeuten für die betroffenen Ärzte regelmäßig eine erhebliche psychische Belastung. Nicht selten gehen derartige Vorfälle mit öffentlichen Anschuldigungen der Angehörigen in der lokalen Presse und den sozialen Medien einher.

Höchst problematisch ist im Rahmen des sich anschließenden staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahrens regelmäßig die Abgrenzung zwischen dem schicksalhaften Verlauf einer ansonsten lege artis erfolgten Behandlung und einer tatsächlich begangenen Fahrlässigkeit. Licht ins Dunkel bringen dabei in aller Regel nur ein oder mehrere Sachverständigengutachten, die je nach Fallgestaltung interdisziplinär auszufallen und die verschiedenen Aspekte des Vorfalls auszuleuchten haben.

Bis dahin ist es jedoch ein langer Weg, an dessen Anfang nicht selten eine Durchsuchung der Praxis oder der Privaträumlichkeiten des Beschuldigten steht. Das oberste Gebot in einem solchen Fall: Ruhe bewahren. Betroffene sollten sich auf keinen Fall zu voreiligen Aussagen gegenüber der Polizei oder Staatsanwaltschaft hinreißen lassen.

Nicht selten kommt der Vorwurf einer Körperverletzung oder fahrlässigen Tötung für die Betroffenen völlig überraschend. Es gilt dann umso mehr, rechtsicheren Rat einzuholen und eine sinnvolle Verteidigungsstrategie zu entwickeln.

Veröffentlicht von

kwm-Team

Das Team der kwm rechtsanwälte.

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